Ein Plan B ist eine gute Sache

Trading ist ein Spiel mit Wahrscheinlichkeiten. Man setzt sich in den Kopf in absehbarer Zeit vom Trading leben zu können, damit den Lebensunterhalt bestreiten zu können, die "Freiheit" zu genießen. Wenn man aber den Tatsachen ins Auge blickt, erkennt man das nur ein ganz kleiner Anteil der Börsenteilnehmer den Sprung in die Selbstständigkeit schafft. Selbst würde man sich so etwas nie eingestehen, man selbst geht immer davon aus das man zu den 10% gehört die zur Elite aufschließen. Man will einfach nicht zu den restlichen 90% gehören die mehr einzahlen als sie entnehmen.

Trotzdem oder gerade deswegen sollte man einen Plan B zur Hand haben. Das dümmste das man machen kann ist zu beschließen, dass man in 3 Jahren Vollzeittrader ist und man die festangestellte Arbeit für immer hinter sich lässt. Schön wenn das passiert, aber die Wahrscheinlichkeit ist gegen dich. Darum kümmere ich mich auch um einen Plan B, der mir hilft ein angenehmes Leben zu führen wenn Plan A doch in die Hose gehen sollte.

Was ich damit meine ist auch die derzeitige Karriere voran zu treiben, sich nicht darauf verlassen das man fix Trader wird und dem Chef sagen kann, das man jetzt selber Chef wird. Sollte man in der Zeit, in der man versucht Profi zu werden, die Festanstellung schleifen lassen, könnte das bei einem Scheitern böse Ende. Zum Schluß hat man dann gar nichts erreicht, man ist das Angestellenverhältnis los und wird doch kein Zu-Hause-Geld-Verdiener.

Die Zeit in der man sich auf beide Karrieren konzentriert ist kein Kinderspiel, aber niemand hat gesagt das man etwas geschenkt bekommt. Auch wenn man in der Zeit "nur" lernt erfolgreich sein eigenes Vermögen zu verwalten und zu vermehren, hat man einen Schritt in die Selbstständigkeit getan. Man ist unabhängig von mickrigen Sparbuchzinsen und schlecht gemanagten Fonds oder muss sich nicht mehr über sinkende Erträge bei Lebensversicherungen ärgern. Ist zwar nicht das gewünscht Ergebnis, aber über die Jahre auch viel Wert.

Fehlerquelle Zeitumstellung

2 mal im Jahr wird weltweit die Uhrzeit an unterschiedlichen Tagen (Daylight Saving Time) umgestellt. Da ich bevorzugt den US Markt trade, mich aber in Europa aufhalte birgt das für mich in einer kurzen Zeitphase eine Fehlerquelle in der Tagesplanung. Die Spreads auf Stop Orders für US Aktien werden bei meinem Broker bei geschlossenem Markt auf 5x Marktspread + 1 ausgeweitet. Was oftmals schon zu weit weg sein kann um den Stop richtig zu setzen, daher ist es für mich wichtig den PC während geöffnetem Markt zu erreichen.

Im Frühjahr sind die Amis schneller mit der Umstellung, da lautet die Regel: am zweiten Sonntag im März. Und bei uns wird einheitlich erst am letzten Sonntag im März umgestellt. Da die Uhren nach vorne gestellt werden, kann ich in diesem kurzen Zeitraum nur bis 21:00 Uhr den geöffneten Markt an der NYSE traden.

Im Herbst allerdings sind wir schneller, da gilt bei uns der letzte Sonntag im Oktober und bei den Amis der erste Sonntag im November für die Umstellung. Hier verliere ich für eine Woche wieder eine Stunde in meiner Tagesplanung, da ich wieder nur bis 21:00 Uhr handeln kann. Das ergibt sich daraus das wir die Uhren früher zurück drehen und somit der Handel bei uns wie im Frühling schon um 14:30 Uhr beginnt und um 21:00 Uhr endet. Würden die Amis vor uns umstellen, wäre es umgekehrt, Beginn 16:30 Uhr und Ende 23:00 Uhr.

Risiko im Markt - Risiko im Geld

Hab ich schon mal erwähnt das ich mein Tradingjournal liebe? Da die Ergebnisse in letzter Zeit stark rückläufig sind habe ich mein Trading einer gründlichen Revision unterzogen. Das konnte ich nur mit Hilfe meiner detailierten Aufzeichnungen, die mir jetzt wieder den Weg nach oben gezeigt haben. Es gibt keine Strategie oder kein System das unverändert auf ewig läuft. Die unterschiedlichen Marktphasen verlagen eine Anpassung von Zeit zu Zeit.

In meinem Fall genügt es wenn ich am Trademanagement drehe. Ich habe bei der Durchsicht meiner Unterlagen gesehen das ich nach wie vor eine Trefferquote von knapp über 55% habe und die anfängliche Kursrichtung richtig treffe. Und jetzt kommt das ABER, die Richtung wird nicht mehr so lange gehalten. Noch vor einem halben Jahr konnte ich bei Laufzeiten von 4-10 Tagen schöne Gewinne erwirtschaften, derzeit ändert sich aber nach meisten 2-3 Tagen schon wieder die Kursrichtung. Und auf Grund meiner Strategie kommen ich da noch nicht mal zu ersten Stopversetzung.

Zusammengefasst: Mein Ansatz funktioniert nach wie vor, nur die Bewegungen sind nicht mehr so ergibig. Bisher war ich mit dem Risko im Markt. Ich habe mit kleinen Postionen auf große Bewegungen gesetzt. Das erlaubt eine großzügige Stoptaktik, da man ja nicht vorzeitig ausgestopt werden möchte.

Und jetzt kommt die Änderung ins Spiel. Mein Trading wird kürzer, um einiges kürzer sogar. Nach der Analyse habe ich gesehen das die Signale handelbar sind, aber nur mehr 1-3 Tage halten. Das heißt ich stelle um auf Risiko im Geld. Ich gehe mit großen Postionen auf die Jagd nach kleinen Bewegungen. Die Stopversetzung verlagert sich dabei auf den Stundenchart. Der Entry erfolgt nach wie vor über den Tageschart.

Das funktioniert so lange bis die nächste Änderung ansteht, wie lange das dauert kann ich nicht sagen, nur das ich sie, dank meines Journals, finden werde.

Thomas Vittner vergibt ein Praktikum

Der Auto von "Das Trader Coaching" - Thomas Vittner, vergibt eine Praktikumsstelle. Geboten wird kostenloses Coaching im Bereich Trader und Investor. Verlangt wird Mitarbeit bei der täglichen Arbeit in einem Tradingbüro, Aufbau einer Community und Betreuung eines Forums.

Für mich ist das leider nichts, da ich mit meiner Vollzeitstelle und dem Trading nebenberuflich mehr als ausgelastet bin. Aber wenn man das Trading erlernen möchte und Resourcen in der Tagesplanung frei hat ist das ein fairer Deal. Zauberei und Kunststücke braucht man freilich nicht erwarten, wenn mans nicht hat, hat mans eben nicht. Aber es ist eine Möglichkeit, ein Anfang.

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Einfache Signale, Einstieg leicht gemacht

Die einfachsten Ideen sind meistens die besten, so auch die folgende. Ich beschreibe hier dein Einfachheit halber nur den Longtrade, umkehrt gilt natürlich das gleiche für die Shortseite.

Die gefundene Aktie befindet sich in einem intakten Uptrend. Ändert der Kurs seine Richtung aus einer Korrektur heraus und überschreitet dabei das High des Vortages ergibt sich in Trendrichtung ein Signal. Wichtig ist das auch der Close über dem High des Vortages liegt. Das stellt sicher das sich der Wind mit hoher Wahrscheinlichkeit gedreht hat.

Als Order erfolgt ein Stop Buy über dem High der aktuellen Tageskerze. Für den Inistop kann man entweder das Low des aktuellen Tages verwenden oder am 1h Chart nach Korrekturen suchen die als Stopbarriere dienen. Der Stop wird jeden Tag gegen Handelsende auf die letzte Korrektur im Trend am 1h Chart nachgezogen oder auf das aktuelle Low gesetzt.

Dieser Entry vereinfacht das Screening für mich enorm. Folgende Vorgesehensweise hab ich mir dazu überlegt. Ich öffne die Finviz.com Seite, gehe auf Screener und lasse mir den kompletten S&P500 Index anzeigen. Dann gehe ich unter dem Reiter "Technical" auf das Feld "Change" und wähle "Up" aus. Ich habe das schon mal vorbreitet -> FINVIZ. Die Sortierung "Up" hat den Vorteil das nur Aktien angezeigt werden deren Kurs aktuell über dem Kurs von gestern notieren. Sollte ein Upgap erfolgt sein und der Kurs wieder fallen, liegt der Kurs zwar auch über dem von gestern, bildet aber eine rote Kerze aus, weil im Verlauf des Tages wieder verloren wurde. Dazu gäbe es noch den Reiter "Change from Open", da kann ich wirklich sicher gehen das der Kurs bei "Up" über der Eröffnung liegt. Da ist aber wieder zu beachten das der Tag auch wirklich über dem High des Vortages liegt. Bei einem Downgap und anschließenden Kurssteigerungen wäre auch ein Szenario denkbar bei dem der aktuelle Kurs trotz Kursgewinne, also grüner Kerze, unter dem letzten High liegt.

Also noch mal vereinfacht zusammengefasst. Es folgt in einem intakten Uptrend eine grüne Kerze auf eine rote die über dem High der roten Kerze schließt. Stop Buy Order am High der aktuellen grünen Kerze, Inistop am Low oder wenns besonders eng laufen soll, Suche einer Intradaykorrektur am 1h Chart.

Jetzt muss man die Charts Anfangs nur nach der Kombination, grüne folgt auf rote Kerze absuchen um dann den Chart näher zu betrachten. Da sind auch die 500 Aktien des S&P500 schnell durch gescreent.

Wochenchart - Add on

Bin gerade am Aktien screenen und habe entdeckt, dass die Pattern (Umkehrstab, ODR,..) welche ich bei Finviz entdecke, bei meiner Markets Pro Trading Software von CMC nur bedingt auftauchen. Das liegt an der unterschiedlichen Darstellung, bei Finviz beginnt die Wochenkerze am Montag und bei CMC am Donnerstag, warum auch immer?!

Als ob die Fülle an Informationen die täglich auf einen einprasseln nicht schon genug wären, muss man jetzt auch noch aufpassen beim screenen, ich liebe es ;-) Immer auf der Suche nach der ultimativen Wahrheit, die es einfach nicht gibt.

Ich bin kurz davor wieder sämtliche Indikatoren aus meinen Charts zu verbannen, die unterschiedlichen Signale und Divergenzen treiben mich noch in den Wahnsinn. Wenn ich mein Journal genauer betrachte, werde ich in der Frequenz immer langsamer, weil ich vor lauter Indikatorensignale nicht mehr weiß was ich handeln soll *lol*.

Ich denke das der Einsatz von Indikatoren wieder nur einen Wunsch nach Sicherheit darstellt, man möchte die Kauf/Verkaufsentscheidung auf das Chartprogramm übertragen um im schlechtesten Fall nicht selbst Schuld am Verlust zu sein, war ja der böse Indikator. Die einzige Wahrheit in diesem Fall ist der Kurs selbst! Was hätten´s den früher g´macht? (wie man so schön sagt in Österreich)

Da ich nebenberuflich handle, könnte mein Screening folgendermaßen aussehen: Screening bei Finviz.com mit Tagescharts. Bei entsprechenden markttechnischen Signalen, nähere Betrachtung in der Trading Station mit Überprüfung des Wochencharts für die übergeordnete Trendrichtung/Großwetterlage. Einstieg per Stop Order am Tages Low/High mit Initial Stop (ergibt sich aus der Art des Handels).

Es zieht mich immer mehr zum Wochenchart

Das hin und her der letzten Wochen, speziell im S&P500 zeigt mir ganz klar meine Schwächen auf. Ich wechsle öfter die Richtung als ein Hase auf der Autobahn. Was sich nicht gerade förderlich auf meine Performance auswirkt.

Nur zum optischen Vergleich ein paar Charts auf Wochenbasis und Tagesbasis. Am Tageschart herrscht Rush Hour die ganze Zeit. Die Kurse laufen zwar in meist in eine Richtung, doch kommt es immer wieder zu Gaps oder kleinere Korrekturen. Der Wochenchart bringt dabei etwas Ruhe ins Bild. Hier sind langlaufende Swings leichter erkennbar. Man kann sich auch mal in eine laufende Bewegung einkaufen, was man Tageschart derzeit schnell im Minus endet.

Ich werde auch meine Behaltedauer der einzelnen Trades überdenken müssen. Am Wochenchart laufen schöne Bewegungn schon mal über mehrere Wochen. Da hab ich mit meinen 3-10 Tagen nicht viel mehr erreicht als Breakeven. Allerdings kann ich meinen Stress neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit etwas reduzieren, mein Depot kann Änderungen der Marktphase leichter wegstecken.

Es könnte sich daraus aber auch wieder ein kurzfristiger Ansatz entwickeln, wenn man eben wie bereits erwähnt in laufenende Bewegungen am Wochenchart einsteigt, mit etwas engeren Stops.

Hervorragende Literatur dazu gibt es von William J. O´Neil - "How to make money in stocks". Er betreibt sein Screening fast ausschließlich auf Wochencharts.

Interessant ist auch die Tatsache das Market Timing am Wochenchart weniger Auswirkungen hat. Hier sieht man ganz klar das es sowohl Aktien gibt die steigen und welche die fallen, egal wie sich der Index bewegt. Also ist auch das beobachten des Index kein Allheilmittel bei der Aktienauswahl. Schon gar nicht in der derzeitigen Marktphase.

Conclusion: Der Wochenchart verlangsamt den Entscheidungsprozess, hat aber den großen Vorteil das er den Tageschart auf Grund der größeren Zeiteinheit overruled. Nachteil ist die lange Laufzeit der einzelnen Trades, was aber hoffentlich die Fehlerquote verringern wird. Und damit meine ich nicht die Trefferquote, die wird bei rund 50% bleiben, wie bei den meisten. Ich meine damit das aus dem Trade fliegen bei fehlerhafter Stoppversetzung, da hier die Tageskerzen weniger Einfluss haben.

Ich würde mich hierzu über Meinungen in den Kommentaren sehr freuen. Es ist oftmals schwierig den Weg zum Profi alleine zu gehen, das Ziel ist das gleiche, nur der Weg hat mehr Abzweigungen, Sackgassen und ist länger.