Die Gewichtung der Zeiteinheiten

Nach einer kurzen Kreativpause werde ich jetzt meine Postingfrequenz etwas erhöhen. Es gibt immer wieder Phasen in meinem Trading, die nur aus Nachdenken bestehen, oft tagelang. Wenn ein drängendes Problem auftaucht, setze ich das Trading so lange aus bis mich das Thema nicht mehr beschäftigt. Und dann hab ich auch keine Zeit zum Schreiben.

Ich bin ein reiner Techi, mich interessieren Fundamentaldaten nicht ein bisschen. Von daher ist der Chart meine Spielwiese, wie bei einem Blick aus dem Flugzeug verschaffe ich mir aus großer Höhe einen Überblick. Und wenn man landet wird alles noch deutlicher und klarer, aber wenn man nicht weiß wo man ungefär ist bringt einem das auch nichts.

Was will ich damit sagen? Ich handle am Tageschart, suche meine Einstiege am Stundenchart und definiere die Trendrichtung am Wochenchart. Im Prinzip würde meine Strategie jeder Hauptschüler verstehen und handeln können.

Ein grafischer kerzenchart basiert auf der kleinsten Einheit in der Tradingwelt, dem Tick. Ein Tick kennzeichnet einen neuen Kurs, diese Ticks werden gesammelt und in einem 1 Min. Chart dargestellt, als Kerze mit High/Low & Open/Close. Die 15 Kerzen werden wieder gebündelt auf einen 15min Chart, 4 davon bilden eine Kerze am Stundenchart und wieder 8-24 (je nach Markt) bilden eine Tageskerze.

Den letzten Absatz lesen dauert wenige Sekunden, aber ihn zu verstehen und anwenden zu lernen dauert Wochen. Zumindest bei mir, nichts hat mich mehr verwirrt als das Zusammenspiel der Zeiteinheiten. Der Große dominiert den kleinen Trend und ein haufen kleiner Trends können einen großen beenden. Wer immer nur eindimensional auf einer Charteinstellung handelt, benutzt auch beim Auto nur das Seitenfenster.

Nur das Panorama schafft Klarheit. Niemand sollte sich ernsthaft bei einem Uptrend am Wochenchart auf die Suche nach Shortsignale am Tageschart machen. Das Ziel ist der 5 Sterne Entry! Warum mit weniger zufrieden geben? Diese Erkenntnis hab ich aus der Buchreihe von Michael Voigts "Der Händler" geklaut, sehr lesenswert.

Ich werde auch noch eine Liste mit Büchern veröffentlichen die ich brauchbar finde.

Die Notwendigkeit von Aufzeichnungen

Ich führe ein Trading Tagebuch und ein Trading Journal seit dem ich angefangen habe mich ernsthaft mit der Börse zu beschäftigen. Diese Unterlagen sichern meinen Fortbestand, da sie meine Fehler dokumentieren und gnadenlos aufzeigen. Schritt für Schritt kann ich heute meine Entwicklung verfolgen.

Im Journal halte ich folgende Daten fest: Datum, Uhrzeit, Aktie, Index, Long/Short, Stück, Ini Stop, Orderkurs, Kurs Open, Kurs Close, Art des Handels, G/V, Risiko in EUR, Index Trend, Notizen (für Besonderheiten oder Beobachtungen)

Im Tagebuch bringe ich meine Lernfortschritte, Ideen und auch psychischen Befindlichkeiten zu Papier. Da hat sich erst nach und nach meine Art des Handels, das Swing Trading, heraus kristallisiert. Als ich anfing hatte ich keinen Plan davon wie ich damit Geld verdienen will, da die Möglichkeiten unendlich sind. Ein Anfänger wird von den Möglichkeiten regelrecht erdrückt.

Die Kunst besteht darin aus diesem Puzzle an Charts, Aktien, Indikatoren und Zeiteinheiten die richtigen Teile so miteinander zu verbinden das ein eigenes Bild entsteht. Diese Bild ist aber nicht für die Ewigkeit, es ist einer ständigen Wandlung unterzogen, genau so wie die Börsen selbst. Hat man das erst mal verstanden, hat man eine sehr wichtige Lektionen gelernt.

Trendbestimmung

Um die wahrscheinlich richtige Trade Richtung zu erwischen, muss man sich zwangsläufig mit Trend Definitionen auseinander setzen. Da ich beim traden gerne unauffällig mit dem Strom schwimme, gehörte die Trendbestimmung zu meinen ersten Lektionen die ich gelernt habe.

Aufwärtstrend: Höhere Hoch gefolgt von höheren Tiefs

Abwärtstrend: Tiefere Tiefs gefolgt von tieferen Hochs

Am einfachsten lässt sich das mit einem Ball erklären der eine Treppe hinunter springt. Jedesmal wenn er auf eine Stufe trifft, wird er kurz hochgedrückt, aber nicht mehr so hoch wie die letzte Stufe, nur um anschließend seinen Weg nach unten wieder fortzusetzen.

Das wäre die Definition aus dem perfekten Chart, den gibt es nur leider nicht. Daher wird es immer wieder trendlose Phasen und Zwischenhochs/Zwischentiefs geben. Oder der Trend trifft auf einen Widerstand und muss 3-4 mal Anlauf nehmen um sich fortzusetzen. Aber die grundsetzliche Marschrichtung einer Aktien lässt sich damit erahnen. Und mehr muss ich darüber schon nicht mehr wissen.

Willkommen am Parkplatz

Lieber Leserinnen und Leser!

Dieser Blog dient nur meinem Privatvergnügen. Ich strebe keine große Leserschaft oder Reichtum durch Werbung/Signalverkauf an. Ich möchte nur mein Tagebuch, besser gesagt mein Gedanken zum Trading, digitalisieren. So das sie für mich von überall abrufbar sind.

Natürlich freut es mich wenn sich trotzdem jemand hier her verirrt und sich über Kommentare an meinen Gedanken beteiligt. Hier fordere ich auf sich konstruktiv oder fragend zu äussern und Spam zu unterlassen.

Mein Ziel ist es eines Tages meine Familie vom Trading ernähren zu können, eine Frage der Zeit und des Durchhaltevermögens. Das es eine Frage des Geldes ist, wie so oft behauptet, stelle ich in Frage. Auch Kleines wird irgendwann groß.

Viel Vergnügen beim lesen wünscht

LiveTraded

PS: Infos über mich und Kontaktmöglichkeit findet ihr in meinem Profil