Der "First Break"

Der First Break (FB) ist eine Ergänzung zum Double Doji Break (DD). Das Signal gibt die erste Kerze in einem  Pullback die höher als das letzte lower high geht und damit die Trendrichtung wieder aufnimmt oder besser gesagt bestätigt.

Scalping Setup
Quelle: IG Markets

Dieses Setup benötigt einen starken Trend, am besten nach einem Ausbruch aus einer Seitwärtsbewegung oder Range. Gekennzeichnet von langen Kerzen mit kurzen Dochten und einem steigendem/fallendem EMA in Signalrichtung. Ebenfalls wichtig und namensgebend für dieses Setup, der Pullback ist der erste seit Trendbeginn. Das stellt sicher das möglichst viele Marktteilnehmer auf den Zug aufspringen und kurzfristig Bewegung den Kurs kommt. Nach dem ersten Pullback, und den dafür verantwortlichen Gewinnmitnahmen, versuchen viele den Trend weiter zu reiten und da steigen wir auch mit ein.

Zusammenfassung:

1. Ein beginnender Trend nach Ausbruch aus einer Range
2. Warten auf den ersten Pullback
3. Einstieg überhalb des letzten lower high in Trendrichtung

Der "Double Doji Break"

Für alle die mit Candlestick Charts nicht vertraut sind, ein Doji ist eine Kerze bei der Open und Close entweder gleich oder sehr nahe beinander sind. Der Kurs geht auf und ab und bildet High/Low aber der eigentliche Kerzenkörper ist sehr klein, das zeichnet ein Doji aus. Hier spricht man dann von einer fehlenden Richtung, eine Unentschlossenheit im Markt. Der Kurs stagniert und könnte eine Richtungsänderung anzeigen. Und wenn zwei Dojis hintereinander auftreten, am besten noch am Ende eines Pullbacks in einem laufenden Trend, ist für den Scalper erhöhte Vorsicht geboten, es könnte sich eine Tradingchance ergeben. Finger am Abzug!

Nach einer 40-60%igen Korrektur in einem laufenden Trend, stehen die Chancen gut das sich die Bewegung in ursprünglicher Richtung fortsetzt. Der 20 EMA ist bei einem Long Entry aufsteigend und es treten zwei oder mehr Dojis hintereinander auf. Der Kurs scheint aus einem Rücksetzer heraus seinen Weg nach oben wieder aufzunehmen. Hier erfolgt der Einstieg überhalb des Highs der auftretenden Dojis und zwar sobald das höchste High um 1 Pip überschritten wurde. Für Short Entries gilt das gleiche nur entgegengesetzt.

Gleichzeitig mit dem Long Entry erfolgt die Bracket-Order mit 10 Pips Target und 10 Pips Stop Loss. Das Signal wird so oder so automatisch beendet, entweder mit Gewinn oder Verlust. Ausser der Entry wird ungültig wenn sich während des Trades die Bedingungen ändern. Das wäre der Fall wenn der Trend in eine Range übergeht oder kein neues higher High gebildet wird.

Zusammenfassung:

1. Es kommt in einem laufendem Trend zu einem Pullback nahe dem steigendem 20 EMA.
2. Es treten 2 oder mehrere Dojis auf.
3. Der Einstieg erfolgt knapp überhalb des Highs der Doji-Gruppe.
4. Ausstieg per Bracket-Order oder manuell bei invalidem Signal.

Vorstellung der Scalping Setups

Die folgenden Setups oder Strategien sind nicht von mir. Ich handle nach dem reichen Erfahrungsschatz von Bob Volman, einem US Forex Trader, der seine Setups in seinem Buch "Forex Price Action Scalping" für jederman nachvollziehbar weitergibt.

Es sind insgesamt 7 Setups die ich in den nächsten Wochen hier im Blog vorstellen werde.

Trending Setups:
1. Double Doji Break (DD)
2. First Break (FB)
3. Second Break (SB)

All Markets (Trending, Ranging) Setup:
4. Block Break (BB)

Sideway Markets Setups:
5. Range Break (RB)
6. Inside Range Break (IRB)
7. Advanced Range Break (ARB)

Alle diese Setups haben eines gemeinsam, sie bauen auf einen 20-bar EMA (Exponential Moving Average) auf. Der EMA ist ein gleitender Durchschnitt der die jüngere Vergangenheit stärker gewichtet und dadurch etwas schneller reagiert als der normale MA. Dieser Indikator hilft dem Short Term Trader (Scalper) sich einen guten Überblick zu verschaffen ob sich ein Markt in einem Trend befindet oder nur seitwärts läuft. Steigt der EMA geht es Long und wenn er fällt dann Short, vorrausgesetzt die Bedingungen eines Setups bzw. Entries werden erfüllt!

Schnellere EMAs ab 15 und darunter reagieren zwar noch schneller, sind aber zu empfindlich was kurzfristige, große Preisschwankungen anbelangt. Langsamere EMAs ab 30 und darüber zeigen zwar sehr gut einen laufenden Trend an, liefern aber für einen Scalper zu wenig Setups in einem zu langem Zeitraum. Der EMA 20 ist kein in Stein gemeißeltes Gesetz, aber eine sehr gute Hilfslinie in einem ansonsten cleanem Candlestick Chart.


Der Trading Plan

Profitables Scalping erfordert sehr viel Disziplin vom Trader und so wenig Spielraum wie möglich bei der Interpretation eines Entries (Einstieg) oder Exits (Ausstieg). Aus der Hüfte schiessen ist der sicherste Weg ein Konto an die Wand zu fahren. Gerade Anfänger geraten oft in den Glauben eine brauchbare Strategie zu besitzen nach der sie handeln. In Wahrheit weichen sie aber bei jeder Gelegenheit vom Plan ab und wenn dann noch etwas Glück bei den ersten Trades dazu kommt ist der baldige Abstieg perfekt vorbeitet. Der Anfänger wähnt sich in Sicherheit, weil er ja alles richtig macht und Geld verdient, und übersieht das die Rechnung für seine Überheblichkeit bereits auf dem Weg zu ihm ist. Ist das Konto erst mal platt, wird im Internet wieder tagelang nach dem nächsten "heiligen Gral" gesucht um damit "erfolgreich" zu werden.

Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit diese Fallen beim Scalping zu umgehen oder sie zumindest abzumildern. Ein strikter Trading Plan oder besser gesagt eine konkrete Scalping Strategie die auf Herz und Nieren geprüft wurde und die nicht bei der kleinsten Änderung der Windrichtung in sich zusammenbricht. Dazu wurden von Bob Volman, einem Forex Veteranen der nur im Eigenhandel tätig ist, ein paar Fragen aufgestellt die man sich stellen sollte wenn man eine Strategie auf ihre Tauglichkeit überprüft.

Sind die Setups (Entry/Exit) klar und exakt definiert?
In welchen Marktbedingungen funktionieren die Setups?
Wann sollte man die Setups nicht handeln?
Welches definierte Ziel verfolgt die Strategie?
Wann ist ein laufender Trade nicht mehr gültig?
Wie steigt man aus einem ungültigen Trade wieder aus?
Wie hoch ist der maximale Stopp Loss?
Wenn es wie ein Setup aussieht, aber nicht alle Bedingungen erfüllt, darf ich es traden?
Wie geht man mit verpassten Entries um?
Wie wird Slippage (davonlaufende Kurse beim Entry/Exit) berücksichtig?
Wann beendet man einen gültigen Trade der noch läuft?
Wie geht man mit einem gültigen Entry um wenn man noch eine Position offen hat?
Und viele, viele mehr...

Und diese Fragen drehen sich nur um die technischen Details, dabei geht es noch nicht mal um die psychologischen Fallen die beim traden auftauchen! Zeigt mir einen Verkäufer von Forex Strategien der diese Fragen zu seinem System beantworten kann. Denn wenn er sie beantwortet hat, braucht er sie nicht mehr verkaufen, er kann dann auch davon leben ;-)

Ein Trading Plan kann sehr vieles, nur eines kann er nicht. Er kann keine Erfahrung ersetzen. Irgendwann ist der Punkt erreicht, bei dem man seine Strategie in- und auswändig kennt und man den ersten Fuss ins kalte Wasser halten muss. Es werden selten bilderbuchmäßige Bedingungen herrschen, es wird viele stritige Momente geben bei denen man sich fragt ob der Entry jetzt gültig ist oder nicht oder ob man nicht doch vorzeitig aussteigen sollte. Das ist der Punkt wo die Erfahrung und Intuition ansetzen. Nur mit Erfahrung aber ohne Plan ist man kopflos, genauso wie mit Plan aber ohne Erfahrung. Es gibt den Erfolg nur mit beidem und Erfahrung kann man nicht als ebook downloaden, also rein in den Markt wenn man das Gefühl hat das die Zeit reif ist!

Tickets, Target und Stop Loss

Salping zielt, wie vorhin schon erwähnt, nicht auf die großen Gewinne ab. Scalping ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Viele kleine, schnelle Gewinne mehren das Konto und lassen den Cash-Bestand wachsen.

Bei dieser Art des Trading spielen Targets und Stops ein sehr wichtige Rolle. Die ultrakurze Zeiteinheit lässt keinen Platz für Fehler bei schnellen Entscheidungen. Wo platziere ich einen Stop, wo sollte ich die Position schließen, soll ich den Traden laufen lassen? Diese Fragen müssen beantwortet sein BEVOR man seine Position eröffnet!

Die Trading Strategien die ich hier noch präsentieren werde, arbeiten alle mit dem gleichen Stop Loss und dem gleichen Target. 10 Pips Stop Loss (Verlustbegrenzung) und 10 Pips Gewinnmitnahme (Target). Ausnahmslos. Ein Trailing-Stop kommt nur in Gewinnrichtung in Frage und nur um den möglichen Verlust zu schmälern. Beim scalpen hat man am meisten gewonnen wenn man seine Verluste so klein wie möglich hält. Die Gewinne kommen dann von selbst.

Jeder Broker bietet eine Vielzahl von verschiedenen Orderarten an. Darunter auch sehr exotische die man nicht ungedingt verstehen muss. Da es beim Sclaping schnell gehen muss, wäre es hilfreich wenn der Broker zwei Orderarten anbietet. Das eine ist die klassiche Market Order, dabei wird auf Knopfdruck der jeweilige Kurs long oder short gekauft der gerade notiert. Bei der Bracket Order werden der Market Order nach Tradeeröffnung gleich noch der Stop Loss und das Target mitgeliefert. So kommt man mit einem Klick in den Markt und hat gleichzeitig den Verlust begrenzt und den Gewinn definiert. Wie praktisch!
Bei meinem Broker habe ich beim traden genau zwei Fenster geöffnet. Ein Fenster mit dem 70 Ticks Chart von EUR/USD und ein Fenster mit einer Marketorder (sog. Ticket) mit dem Bracket Zusatz von 10 Pips Stop und 10 Pips Limit (Target).

Und jetzt kommt der wichtigste Teil der vielen Tradern schon viel Geld gekostet hat. Das Ordermanagement. Wenn ich als Trader nicht mit den Tickets vertraut bin, mache ich garantiert Fehler wenn ich schnell handeln muss. Die Trading Plattform sollte bei einer Bracket Order die ausgeführt wird, den überbleibenen Teil automatisch löschen. Sprich wenn der Stop Loss greift, soll das Target gelöscht werden! Klingt logisch, ist es für viele Broker aber nicht. Man vergisst vielleicht darauf und plötzlich hat man wieder ein Position offen ohne es zu merken.

Ich bin ein großer Fan des One Click Trading. Wenn ich eine Position eröffne klicke ich auf Long oder Short und schon bin ich im Markt mit meinen voreingestellten Parametern. Und wenn ich die Position schließen möchte, klicke ich auf schließen und das System kauft automatisch die richtige Position und löscht die überflüssigen Orders (Stop/Target) die nicht mehr benötigt werden. Es ist mir anfangs nicht nur einmal passiert das ich in der Hektik die falsche Richtung erwischt habe und beim schließen versehentlich ein 2tes Lot gekauft habe, auch so kann man sein Konto an die Wand fahren ;-).

Was ist ein Stop Loss?
Ein Stop Loss ist eine Order an den Broker die ihn beauftragt eine Position automatisch zu schließen wenn der Kurs einen definierten Wert erreicht. Ein Beispiel: Es wird 1 Lot EUR/USD bei 1,2300 eröffnet und ich platziere meine Stop Loss Order 10 Pips unter dem Entry, dann liegt die Order bei 1,2290, ab diesem Kurs schließt der Broker die Position automatisch und bewahrt mich so davor einen größeren Verlust, als kalkuliert, zu erleiden. Eine Ausnahme wo der Stop nicht greift wäre ein Kursrutsch. Denn wenn die Marke von 1,2290 nie notiert wird sondern gleich 10 Pips darunter aufschlägt, wird auch der Stop Loss zu diesem Kurs ausgeführt.
Ein Trailing Stop läuft dem Kurs in eine bestimmte Richtung nach. In unserem Fall bewegt er sich im 10 Pips Abstand in die Richtung des Targets. Läuft der Kurs in Richtung des Stop Loss bleibt der Trailing Stop stehen. So kann man einen Trade laufen lassen und bleibt immer beim Eingangs gewählten Verlustziel von 10 Pips.

Was ist ein Target?
Ein Target ist ein Gewinnziel das man vor einem Trade bestimmt. Ein Target wird auf die jeweilige Tradingstrategie abgestimmt. Bei einer Swing Trading Strategie ist ein Target eher hinderlich, da man hier versucht so lange wie möglich auf einer Trendwelle zu surfen. Arbeitet man mit einer Counter Trend Strategie, machen Targets einen Sinn, da man nur die Kursrücksetzter in einem laufenden Trend handelt und diese sind bekanntlich begrenzt im Verhältnis zum vorherigen Anstieg.

Wichtigstes Scalping Tool - Der Chart

Ein Scalper (Ultra-Kurzfrist-Trader) setzt nicht auf fundamentale Daten und bleibt wochen- oder monatelang in einem Trade, sondern orientiert sich nur an technischen Signalen. Ihn interessieren keine Zinsen, keine Ökonomie, keine Politiker, den Trader interessieren höchstens die News. Um entweder den Markt zu meiden oder auf einer Welle mit zu reiten.

Ein Scalper durchlebt den Tradingtag wie jeder andere technische Trader, nur viel öfter. Ein Händler der mit Markttechnik am Tages Chart handelt hat vielleicht 5 Signale im Monat, wo ein Scalper 5 Signale in 1 Stunde hat. Natürlich sind die Wertigkeiten andere, am Tageschart jagt man 100 Pips und am Tickchart gehts um 5-10 Pips. Man durchlebt also das Trading im Zeitraffer.

Die Profis arbeiten mit einer 60-70 Ticks Einstellung bei der Chartingsoftware. Das ist keine "Heiliger Gral"-Einstellung, sondern passt sehr gut zu den Strategien die ich in dieser Scalping Serie vorstellen werde. Wenn das nicht angeboten wird, gehen auch 30sek bis 1min um eine neue Kerze am Candlestick Chart zu formen. Längere Zeiteinheiten sollten nicht verwendet werden, es passiert in 5min zuviel als das man als Scalper darauf verzichten könnte.

Tick Charts haben den Vorteil das sie nicht zeitabhängig sind. Nach 70 Ticks wird eine neue Kerze am Candlestick Chart gebildet, bei einer 1min Einstellung beginnt automatisch nach 1min die nächste Kerze. Dadurch entstehen oftmals keine sauberen oder eindeutigen Signale weil die Tickanzahl pro Kerze immer unterschiedlich ist. In Abschnitten wo sich zwei Tradingsessions überschneiden (Europa/USA) steigt die Volatilität und damit die Anzahl der Kerzen am Tick Chart. Wohingegen die Anzahl der Kerzen in 1 Stunden am 1min Chart immer 60 Stück sind, logischerweise. Dadurch entstehen intraday unförmige Kerzen die saubere Signale verhindern können. Die visuelle Darstellung bei einer Tick-abhängigen Charteinstellung ist, finde ich, flüssiger.

Mehr ist einfach nicht notwendig. Keine Übergeordnete Zeiteinheit, kein übergeordneter Trend. Wie sagte Michal Voigt schon so schön, das sind Spielerein und Zeitvertreib für Trader denen langweilig ist. Alles was ich als Scalper wissen muss, um traden zu können, ist im Preis auf dieser kurzfristigen Zeiteinheit enthalten.

Start einer neuen Serie: Scalping Forex / CFD

Die Trading-Bloggerwelt hat mich wieder!

Das Studium ist endlich abgeschlossen und ab heute dürft ihr Master of Business Administration (MBA) mit Schwerpunkt Finanzwirtschaft und Akademischer Finanz- und Vermögensberater (akad. FVB) zu mir sagen ;-)

Zeit das bloggen wieder aufzunehmen und meine neuesten Erkenntnisse aus dem Trading zu verbreiten. Im laufe der Jahre wurden meine gehandelten Zeitrahmen immer kürzer, so auch die vergangenen zwei Jahre. Mittlerweile bin ich beim Scalping von Forex (EUR/USD) angelangt. Dem Ultra-Kurzfrist-Trading im Minuten Chart.

Ich bin von natur aus ungeduldig und mag es nicht auf meine Gewinne warten zu müssen. Wie oft habe ich es erlebt das beim Swing-Trading meine Gewinne während des Tages, wo ich in der Arbeit sitze, wieder schmelzen weil ich nicht eingreifen oder reagieren konnte. Abends sah man dann das der Stopp wieder gerissen wurde.

Jetzt komme ich nach Hause, genieße den Abend mit meiner Familie und sobald der Sohnemann zu Bett geht, wird die Trading Maschine (PC) angeworfen und die Handelssoftware gestartet. Dann bleiben mir immer noch 2-3 Stunden in denen ich dem Markt ein paar Euro abfischen darf.

Um euch zu zeigen wie ich das genau mache, starte ich eine neue Serie: Scalping Forex / CFD

Darin erkläre ich die nächsten Wochen worauf es ankommt und präsentiere konkrete Strategien die ich anwende und handle. Diese Serie soll jedem Leser/Trader dazu dienen sich diesem Thema zu nähern.

Rein - Raus - Danke, es klingt sehr einfach, ist es aber nicht!